Mama & Papa: Könnt ihr mir eine Gute-Nacht-Geschichte erzählen?

Apr 24, 2018

Mama & Papa: Könnt ihr mir eine Gute-Nacht-Geschichte erzählen?

Wir alle mögen gerne Geschichten – Groß und Klein. Gut erzählte Geschichten bieten weit mehr als nur Unterhaltung, sie wecken Emotionen und Erinnerungen in uns, haben uns schon in Kinderzeiten etwas vom Leben gelehrt und uns die Welt entdecken lassen.
«Storytelling» ist nichts anderes und mittlerweile in aller Munde. Auch Unternehmenskommunikation und Marketing haben inzwischen den Wert von Geschichten erkannt bzw. neu entdeckt. Ganz gleich, ob es sich um Literatur, Filme oder Unternehmensgeschichten handelt:
Sie folgen bestimmten Grundstrukturen wie etwa dem der „Heldenreise“. Der britische Journalist Christopher Booker unterscheidet sieben basale Erzählmuster von Geschichten: 1. Das Monster überwinden, 2. Vom Tellerwäscher zum Millionär, 3. Die Suche, 4. Reise und Rückkehr, 5. Komödie, 6. Tragödie und 7. Wiedergeburt.

Wir wollen das Storytelling hier aber nicht im Detail vorstellen oder alle Vorteile aufzählen.
Als #morningmotivation und Impuls für die Woche möchten wir lediglich daran erinnern. Denn der Trend bei der Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen geht eindeutig weg von Werbeflyern, langweiligen Produktdatenblättern oder trockenen Pressemitteilungen. Heute sollte das Marketing lieber Geschichten erzählen – gerne auch mit interessanten Videos, denn Bewegtbilder sind ein weiterer und wichtiger Trend im Storytelling.

Menschen wünschen und brauchen Geschichten

Dass sich packende Unternehmensgeschichten bzw. Gründergeschichten gut „verkaufen“, zeigt auch der Erfolg der VOX-Sendung „Höhle der Löwen“. Zuschauer und potenzielle Kunden möchten gerne mehr Hintergründe erfahren, warum Gründer gerade diese Produktidee hatten, was ihnen wichtig ist, wer die Menschen hinter dem Produkt sind. Sie fiebern mit, wie es mit den Unternehmen weiter geht. Und wenn sie die Produkte im Handel sehen, fallen ihnen sofort Bilder und Geschichten aus der Sendung dazu ein. Geschichten, in denen es „menschelt“, sind sympathisch, fördern die Identifikation mit Unternehmen und Produkten und werden auch gerne weitererzählt.

Mit trockenen Produktinformationen oder isolierter Wissensvermittlung würde man das nicht schaffen. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese gelesen, gehört und intensiver betrachtet werden, ist zudem viel geringer. Gutes Storytelling bedeutet nichts anderes als mit packenden Geschichten emotionale Momente zu schaffen, die im Herzen der Kunden landen und möglichst unvergessen bleiben. Mit Geschichten lassen sich Brücken des Vertrauens zu den Kunden bauen. Stories wecken Emotionen in uns, machen Informationen verständlicher, hinterlassen mehr Spuren und bleiben länger in Erinnerung.

Fülle an Einsatzmöglichkeiten

Mit guten Geschichten zu Unternehmen, Produkten oder Dienstleistungen kann man aber nicht nur Kunden begeistern. Auch in der Organisationsentwicklung oder im Recruiting lassen sich diese hervorragend einsetzen. Und nicht zuletzt ist das Erzählen von Geschichten ein Weg, sich im Markt erfolgreich von Anderen zu unterscheiden, seine eigenen Messages anschaulich, lebendig und einzigartig zu vermitteln. Die Methode des Storytellings bietet eine große Fülle an Möglichkeiten.
Freilich erfordert all dies in mancher Hinsicht ein Umdenken. Ein stärkeres Denken in Geschichten und Bildern. Unternehmen brauchen nicht nur Manager, Ingenieure, Personaler oder Controller, sondern auch Dichter und Geschichtenerzähler.

Jede Geschichte hat ihren Anfang

Überlegen Sie mal: Was ist Ihre Geschichte? Welche spannende Geschichte steckt hinter Ihrem Unternehmen, hinter Ihren Produkten und Dienstleistungen? Wie lässt sich bisher Unverbundenes als Geschichte erzählen, bisher Unerzähltes oder Implizites zum Leben erwecken?

Nehmen Sie sich Zeit, darüber nachzudenken. Beim Spaziergang, im Café in der Frühlingssonne,
im freien Gespräch mit Kollegen.
Man muss sich gute Geschichten aber auch nicht immer selbst ausdenken. Lassen Sie sich einfach mal von einem Kunden eine gute Geschichte über Ihr Produkt erzählen: Was hat ihn bewegt, es zu kaufen? Wie sind seine Alltagserfahrungen mit dem Produkt? Wofür setzt er es ein? Was hat er Spannendes oder Witziges mit Ihrem Produkt erlebt? Oder fragen Sie einen Mitarbeiter, was ihn bewegt hat, in Ihrem Unternehmen zu arbeiten, was ihn begeistert und bindet.

Gute Geschichten finden sich überall. Es wird zu oft vergessen, sie auch zu erzählen!

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